Kirche Niederbobritzsch

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Pfarrgasse 1
09627 Bobritzsch-Hilbersdorf OT Niederbobritzsch

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Zur Geschichte der Kirchgemeinde Niederbobritzsch und der Kirche

 

Bis zum Jahr 1900 ist in der Kirchengalerie des Kirchenbezirkes(Ephorie) Freiberg durch den damaligen Pfarrer Mulert ausführlich berichtet worden. Heute könnte bei sehr großem Interesse die Aufzeichnung des ehemaligen Lehrers Schreyer – soll in der Gemeindeverwaltung Bobritzsch vorliegen – eingesehen werden.

 

Unter den nachfolgenden Pfarrern sind Pfr. Tschau(in seiner Zeit erfolgten umfangreiche Kirchumbauten), Pfr. A. Stiehler(1934 .1964),Pfr. K.Geisler(1964 – 74.vollkommener Umbau des Pfarrhauses und Kirchbauten), Pfr.-Ehepaar Reime((1974 - 81), Pfr. Fr. Oehme(1985 – 93,fast vollständ. Neubau des Pfarrhauses nach Brandkatastrophe),Pfr. Jäger ( - 2004) und Pfr. G. Schubert(seit 2005) hier aufgeführt. Besonders in Erinnerung ist Prof. Muhlert (Konfessionskundler aus Kiel – Sohn des ehemaligen Gemeindepfarrers s.o.)in der Umbruchzeit nach dem 2. Weltkrieg geblieben.

 

Die Kirchenbücher beginnen erst wieder kurz vor dem Ende des 30-jährigern Krieges. 1635 brannte das Pfarrhaus im Folge der Kriegsereignisse völlig nieder. Bestimmte, auch Niederbobritzsch betreffende Auskünfte, geben aber auch die Kirchenbücher von Oberbobritzsch.

 

Es entstand bei dem Wiederaufbau nach 1635 ein Zweiseit-Hof. Das Haus wurde nach Osten um Stallungsgebäude erweitert. Nach Westen kam ein schöner Scheunentrakt hinzu. Zum Pfarrgelände als 'Dotation' gehören 17 ha. Land. Diese dienten zum Unterhalt der Pfarrstelle.

 

Die alte Bausubstanz vor 1635 ist noch in den Fenstern der Westseite des Pfarrhauses, dem ehemaligen Wasserhaus und dem Tiefkelle erkenntlich. Der Eingang in den Tiefkeller ging ehemals vom Hof aus gerade in diesen Keller. Neben dem Pfarrhaus steht in südl Lage die heutige Gemeindeverwaltung. Sie war bis ins 19, Jhdt. die Kirchschule mit einem Klassenraum und der Lehrerwohnung. Eine weitere ehemalige Schule steht im Niederdorf des Ortes.

 

Die Kirchschule wurde im 19. Jhdt. verkauft und erbrachte 5.000Thaler. Das Geld wurde zum Bau der neuen Schule gegeben . Dadurch bekam der Musiklehrer und gleichzeitig Gemeindekantor das Wohnrecht in der Schule. Noch bis nach 1990 wurde dieses Recht durch eine Mietentschädigung des Rates des Kreises Freiberg an die Kirchgemeinde anerkannt.

 

Die Kirche stammt in ihren Grundmauern aus vorreformatorischer Zeit – wohl um 1480. Allerdings scheint im Bereich des heutigen Altarraumes bereits wesentlich älter eine Wegekapelle gestanden zu haben. Hier kreuzte die Talstraße eine Straße von Freiberg über Hilbersdorf - Sohra – Pretzschendorf nach Dippoldiswalde. Die Talstraße führte von Bieberstein an der Bobritzsch entlang über Naundorf(Neudorf) – Großbobritzsch (im Gegensatz zu Kleinbobritzsch bei Frauenstein) nach Frauenstein und weiter in Richtung Prag. Der Name Großbobritzsch ist wohl eine Zeitlang im ausgehenden Mittelalter für die beiden Orte Oberbobritzsch und Niederbobritzsch verwendet worden.

 

Die Wegekapelle scheint in vorreformatorischer Zeit – siehe die Jahreszahl oben über dem Südeingang im Innenraum der Kirche – eine Erweiterung erhalten zu haben. Wahrscheinlich ist der Kirchenraum aber nicht zur vollen Höhe des Altarraumes aufgerichtet worden, wie der Triumpfbogen, der noch zu erkennen ist, vermuten lässt. Über diesem Knick des tiefer liegenden Daches vom Kirchenschiff wurde ein Dachreiter aufgeführt. Dies Bild zeigen alte Stiche der Kirche. Das Kirchenschiff war zu Anfasng nur zwei Fenster lang und wurde wohl erst nach 1700 auf seine heutige Länge erweitert. Damals kamen auch die ehemals vorhandenen 3 umlaufenden Emporen in die Kirche. Der erweiterte Platzbedarf in der Kirche hing wahrscheinlich mit dem Zustrom böhmischer Exulanten ins Erzgebirge zusammen. Wie Eintragungen in den Kirchenbüchern zeigen ist der Dachreiter schnell schadhaft

 

Pfr.i.R. K. Geisler/Chemnitz